ECONOMY FIRST. Podcast hören
Menü
Alle Artikel ansehen

Tech & Börse · Folge 49

Alphabet wächst um 25 Prozent. Warum das allein die Anleger nicht überzeugt

Mehr Umsatz, ein stark wachsendes Cloudgeschäft und trotzdem eine enttäuschte Börse: Alphabet zeigt, warum im KI-Zeitalter Wachstum und Wertschöpfung getrennt betrachtet werden müssen. Entscheidend ist, wie viel Geld nach den Investitionen tatsächlich übrig bleibt.

· Redaktion · Quellengeprüft

KI-generierte Symbolillustration zum Thema: Alphabet wächst um 25 Prozent. Warum das allein die Anleger nicht überzeugt
KI-generierte Symbolillustration. Keine dokumentarische Aufnahme.
Im Podcast nachhören

Folge 49 · 00:46:15 bis 00:57:08

Marin, Felix und Marcel besprechen das Thema in dieser Folge. Zeitmarken aus dem Transkript.

Beim Start wird Audio von Riverside geladen. Datenschutzhinweise

Die Zahlen hinter der Debatte

Alphabet meldet für das dritte Quartal 2026 rund 127,6 Milliarden US-Dollar Umsatz. Google Cloud wächst um 103 Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar. Der operative Konzerngewinn erreicht 40,6 Milliarden Dollar, die operative Marge 31,8 Prozent. Gleichzeitig sinkt der den Stammaktionären zurechenbare Gewinn auf 26,2 Milliarden Dollar. Das verwässerte Ergebnis je Aktie beträgt 2,12 Dollar. Die Sucherlöse steigen um zwölf Prozent auf 63,35 Milliarden Dollar. [1]

ECONOMY FIRST · VISUAL EXPLAINER 01

Cashflow unter Investitionsdruck

Milliarden US-Dollar, Q3 2026

Operativer Cashflow42,29
Sachinvestitionen51,355
Freier Cashflow-9,065
Quelle [1]. Freier Cashflow = operativer Cashflow minus Sachinvestitionen.
Daten und Text zur Grafik
GrößeWert
Operativer Cashflow42.29
Sachinvestitionen51.355
Freier Cashflow-9.065

Warum Gewinn und Geschäftsverlauf auseinanderlaufen

Ein Unternehmen kann operativ mehr verdienen und unter dem Strich weniger Gewinn ausweisen. Zwischen beiden Größen liegen unter anderem Steuern, Zinsen und Bewertungseffekte. Bei Alphabet stehen im Quartal Verluste auf Beteiligungspapiere von rund 8,7 Milliarden Dollar. Die Meldung weist diese Position zusammengefasst aus. Sie rechtfertigt deshalb keine vollständige Zuordnung zu einer einzelnen Beteiligung. [1] Ein Buchverlust ist nicht automatisch ein gleich hoher Geldabfluss. Wirtschaftlich bedeutungslos ist er ebenfalls nicht: Er kann ausdrücken, dass eine Beteiligung weniger wert ist als zuvor angenommen.

Die entscheidende Rechnung

Dem operativen Mittelzufluss von 42,29 Milliarden Dollar stehen Sachinvestitionen von 51,36 Milliarden Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein freier Cashflow von minus 9,07 Milliarden Dollar. [1] Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem erfolgreichen Produkt und einer attraktiven Kapitalanlage. Neue Rechenzentren können zukünftige Erträge ermöglichen. Das Geld muss jedoch heute bereitgestellt werden. Wer investiert, tauscht gegenwärtige Liquidität gegen die Erwartung späterer Einnahmen.

Wie sich die Investitionen beurteilen lassen

Unsere Einordnung: Eine hohe Investitionsquote ist weder automatisch ein Warnsignal noch automatisch ein Wettbewerbsvorteil. Entscheidend sind Auslastung, Nutzungsdauer, Kundenbindung und die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Werden Rechenkapazitäten schnell vermietet und bleiben Preise stabil, kann der Ausbau die Ertragsbasis verbreitern. Werden Chips schneller technisch überholt oder sinken die erzielbaren Preise, kann dieselbe Investition die künftigen Margen belasten. Auch ein voller Auftragsbestand beantwortet nicht jede Frage, wenn die Leistungen erst über viele Jahre erbracht werden.

Was die Suche für die KI-These bedeutet

Die Suchmaschine muss die steigende Nutzung in wirtschaftlichen Ertrag übersetzen. Dabei ist eine zusätzliche Anfrage nicht gleichbedeutend mit einem zusätzlichen Werbeklick. Für eine belastbare Analyse wären Erlös und Rechenkosten je Nutzung sowie die Entwicklung kommerzieller Suchanfragen besonders hilfreich. Aus einem langsameren Umsatzwachstum allein folgt jedoch nicht, dass sich KI-Suche überhaupt nicht monetarisieren lässt. Die Behauptung wäre stärker als die vorliegenden Zahlen. Ebenso wenig lässt sich jeder Nutzer der klassischen Google-Suche automatisch als aktiver Nutzer der Gemini-App zählen.

Die Diskussion bei Economy First

Ab 00:46:15 erklärt Marin die Quartalszahlen. Ab 00:52:51 diskutieren Felix, Cello und Marin ihre Positionen und die Frage, ob die Reaktion zu heftig ausfällt. Ihre positive Einschätzung ist eine Investmentthese. Sie ersetzt keine Prüfung des Einstiegspreises. Besonders bei Optionsscheinen kann eine langfristig richtige Unternehmensanalyse durch Zeitwertverlust und ungünstiges Timing trotzdem zu einem Verlust führen. Der im Podcast genannte Rückgang von bis zu 13 Prozent bleibt hier als Aussage der Folge gekennzeichnet, da Handelsplatz und exakter Messzeitraum nicht abschließend abgeglichen wurden.

Häufige Frage

Ist ein negativer freier Cashflow automatisch schlecht?

Nein. Er kann durch einen Ausbau entstehen. Entscheidend ist, ob spätere Rückflüsse die heutigen Investitionen ausreichend verzinsen.

Quellen

[1] Alphabet, Quartalsmeldung und Cashflow-Rechnung, 28.10.2026

Podcastquelle: Economy First, Folge 49, vom 31. Oktober 2026, 00:46:15 bis 00:57:08. Die Zeitmarken stammen aus dem bereitgestellten Transkript und können bei einem abweichenden Audioschnitt leicht abweichen.

Recherche und externe Quellenprüfung: 31. Oktober 2026. Eigene Einordnungen und Rechenbeispiele sind entsprechend gekennzeichnet.

Die Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Die Hosts nennen in der Folge eigene Aktien- und Derivatepositionen. Daraus können Interessenkonflikte entstehen.